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Umgestaltung Marktplatz

Starke Bäume für eine starke Mitte

Donnerstag, 18.04.2024
+++ Bürgerentscheid für den Erhalt von Marktplatzbäumen ist erfolgreich +++
Der Bürgerentscheid für den Erhalt von sieben Bestandsbäumen auf dem Marktplatz ist erfolgreich verlaufen.

Von insgesamt 15.001 per Briefwahl eingegangenen Stimmen sprachen sich 8.989 Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt der Bäume aus. 4.060 Stimmen votierten für das Fällen und das Pflanzen neuer Bäume. Das hat die öffentliche Auszählung der Stimmzettel am Donnerstag, 18. April 2024, im Rathaus II der Stadt Soest ergeben. Der Rat der Stadt Soest muss dieses Abstimmungsergebnis in seiner Sitzung am 24. April 2024 förmlich feststellen. "Damit haben die Soesterinnen und Soester entschieden, dass auf dem neu gestalteten Marktplatz auch in Zukunft die...lesen Sie hier weiter

Starke Zukunftsbäume für eine starke Mitte

Übersicht Marktplatzbäume

Starke Stadtbäume spielen für eine Verbesserung des Mikroklimas am Marktplatz eine große Rolle. Die bestehenden Bäume am südlichen Rand des Marktplatzes können diese Funktion aber nicht erfüllen. 

Da sie in den 1990-er Jahren in zu kleine Pflanzgruben gesetzt wurden, sind sie vergreist und kaum gewachsen. Sie bleiben weit hinter dem Potenzial zurück, das vitale Bäume an diesem Standort entwickeln können.

Deshalb hat der Stadtentwicklungsausschuss beschlossen, die alten Bäume zu fällen und neue Bäume unter optimierten Bedingungen mit einem Wurzelkammersystem zu pflanzen, die dann innerhalb weniger Jahre weitaus größer werden, als es die Bestandsbäume können. Außerdem soll die Baumreihe um zwei zusätzliche Bäume verlängert werden.

Ein Bürgerbegehren fordert seit Ende 2023, die Bestandsbäume nicht zu ersetzen, sondern sie zu stehen zu lassen und nur die Pflanzgruben zu verbessern. Diese Standortverbesserung für die bereits geschädigten Bestandsbäume wird nach Einschätzung der Stadt aber nicht dasselbe Potenzial wie die Pflanzung neuer Bäume entfalten. Das zeigt der Vergleich mit Bäumen an anderer Stelle, die Jahre nach den Marktbäumen gepflanzt wurden, aber wegen besserer Standortbedingungen heute gesund und erheblich größer sind als die Marktbäume.
Somit heißt es: „Starke Bäume pflanzen“ oder „Schwache Bäume erhalten“.

Diese Bilder zeigen am Beispiel einer Baumpflanzung in Brakel, wie sich ein neuer Baum innerhalb von nur acht Jahren entwickeln kann:

Vergleich Bäume

Wenn die Bäume auf dem Marktplatz ersetzt werden, welche Baumart wird gepflanzt?

Aufgrund des laufenden Verfahrens wurden noch keine Bäume bestellt. Da der Standort „Markt“ besondere Anforderungen an die künftigen Bäume stellt, ist die Pflanzung folgender Bäume geplant:

Entlang der Südfassaden (Sparkassenseite) sind Amberbäume "Liquidambar styraciflua" vorgesehen. Dies sind die gleichen Bäume die am Vreithof vor dem Rathaus stehen. 

Vor dem Café am Markt ist eine Robinie "Robinia pseudoacacia" (hier handelt es sich um einen zusätzlichen Baum) und zwischen der Deutschen Bank und der Ressource ist eine Linde "Tilia tomentosa" vorgesehen.

Bürgerentscheid

Ablauf des Bürgerentscheids
Der Bürgerentscheid wird als Briefwahl durchgeführt. Der Stimmbrief muss am 17.04.2024 um 18:00 Uhr beim Bürgermeister der Stadt Soest eingegangen sein.

Wer darf abstimmen?
Stimmberechtigt sind alle wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner von Soest. Das Verzeichnis kann wie bei allen Wahlen eingesehen werden, in diesem Fall in der Zeit vom 28.03.2024 bis 01.04.2024 während der allgemeinen Öffnungszeiten im Wahlbüro der Stadt Soest, Windmühlenweg 21, Zimmer 1.24. Innerhalb des genannten Zeitraums kann Einspruch gegen das Abstimmungsverzeichnis eingelegt werden.

Was bedeutet meine Stimme?

Auf dem Stimmzettel für den Bürgerentscheid gibt es nur eine Fragestellung. 
Sie können auf die Fragestellung mit JA oder NEIN antworten. 

Das bedeutet Ihre Stimme:

Kreuzchen_1

JA 

Ich stimme dem Bürgerbegehren zu und stimme für den Erhalt der Bäume auf dem Marktplatz. Die Standortbedingungen für die Baumhasel sollen verbessert werden.


Kreuzchen2

NEIN

Ich stimme dem geltenden Beschluss zu und stimme dafür neue Bäume in neu angelegten Pflanzgruben zu pflanzen.

Vergleich der Optionen

„Schwache Bäume erhalten“ oder „Starke Bäume pflanzen“?

Nachstehend möchten wir Ihnen die beiden Optionen des Bürgerentscheids darstellen. 

Seitens des Bürgerbegehrens wurden auf Basis dieses Vergleichs ebenfalls Aussagen getätigt, zu denen wir hier Stellung nehmen und die Aussagen des Vergleichs erweitern.

Den Vergleich der Aussagen erhalten Sie beim jeweiligen Unterpunkt.

Anlegen der neuen Pflanzgruben

Bestandsbäume erhalten

negativ
  • Entfernen des Erd-/Schottergemisches aus den durchwurzelten alten Pflanzgruben per Saugbagger mit hohem Risiko der Beschädigung der Feinwurzeln

Neue Bäume pflanzen

positiv
  • Kompletter Neuaufbau der Pflanzgruben, keine Beeinträchtigung der Wurzeln der neuen Bäume
Einbau Wurzelkammersystem (Foto: Marktstraße 2023)

Faktencheck #2: Wurzelschutz

Aussage des Bürgerbegehrens

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens schreiben auf Ihrer Website:

"Die Stadt Soest sagt: "Entfernen des Erd-/Schottergemisches aus den durchwurzelten alten Pflanzgruben per Saugbagger mit hohem Risiko der Beschädigung der Feinwurzeln"

Kurzantwort:

  • Das Risiko ist gering und liegt bei unter 2,5%
  • Sorgfältiges Arbeiten und gute Bewässerung der freiliegenden Wurzeln ist sicherzustellen
  • Eine qualifizierte Baubegleitung wird empfohlen
    (Zitat aus der Website des Bürgerbegehrens)

Stellungnahme Stadt Soest

  • Der dargestellte Einsatz von Saugbaggern bezieht sich auf Situationen, in denen Arbeiten an Leitungen erforderlich werden und dafür Gräben erstellt werden müssen. Im Falle des Soester Marktes würde es sich bei der Umsetzung der Forderungen der Initiative um eine grundlegend andere Situation handelt. Anstelle nur eines Grabens müsste rund um die Bäume sämtliches eingebautes Material entfernt werden. Dabei sind ein Verlust und eine Schädigung von deutlich mehr als nur 2,5% der Wurzelmasse zu erwarten.
  • Ebenfalls nicht erwähnt wird, dass nach Wurzelschädigungen ein Entlastungsschnitt der Krone angeraten ist, um wieder ein Gleichgewicht zwischen Wurzel und Spross herzustellen. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der ohnehin schon schlecht ausgebildeten Kronen.

Aufbau der neuen Pflanzgruben

Bestandsbäume erhalten

neutral
  • verdichtetes Baumsubstrat in bis zu 35 Kubikmeter großen Pflanzgruben

Neue Bäume pflanzen

positiv
  • Durchgängige Baumrigole an der Südseite des Platzes mit bis zu 16 Kubikmeter unverdichtetem Wurzelraum pro Baum

Faktencheck #3: Wurzelkammersystem

Aussage des Bürgerbegehrens

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens schreiben auf Ihrer Website:

"Die Stadt Soest sagt: "Die neuen Bäume sollen ähnlich wie in der Marktstraße in große Wurzel­kammer­systeme aus substratgefüllten Kunststoffboxen gepflanzt werden"

Kurzanwort:

Grundsätzlich ist das Wurzelkammersystem von Greenleaf sehr gut für große, vitale Stadtbäume geeignet

  • Die Wurzelkammer ist mit 12 m³ jedoch viel zu klein dimensioniert und widerspricht den Empfehlungen des Herstellers
  • Die Mindesttiefe der Pflanzgrube von 1,50 m wird nicht eingehalten
    (Zitat aus der Website des Bürgerbegehrens)

Stellungnahme Stadt Soest

  • Die Pflanzgrubengröße von 12 m³ entspricht der Empfehlung für Baumpflanzung, Teil 1 und 2 der FLL. Schon dies zu realisieren ist im städtischen Kontext aufgrund von im Boden befindlichen Leitungen häufig nicht möglich, wurde in der Marktstraße aber erreicht. Die Forderung nach einer Pflanzgrube von regelmäßig 35 Kubikmeter negiert bzw. ignoriert, dass Vorhandensein von Leitungen und Kanälen und würde bei konsequenter Auslegung dazu führen, dass das Pflanzen von Bäumen unmöglich würde.
  • Die Einbautiefe des Wurzelkammersystems in der Marktstraße liegt bei 1,65 m, womit die empfohlene Mindesteinbautiefe von 1,50 m überschritten wurde.
  • Es wurde selbstverständlich eine zweite Lage des Wurzelkammersystems verbaut. Auf dem gezeigten Foto ist die untere Lage nicht zu sehen, da diese bereits mit Substrat aufgefüllt ist.

Bodendichte

Bestandsbäume erhalten

negativ
  • keine Wurzelbrücken, Verdichtung des Wurzelraums, damit er das neue Marktpflaster tragen kann

Neue Bäume pflanzen

positiv
  • keine Verdichtung des Wurzelraums, Wurzelkammer trägt Pflasteroberfläche

Weitere Informationen finden Sie unter Punkt "Erhaltungschance"

Fähigkeit zur Wurzelbelüftung

Bestandsbäume erhalten

negativ
  • geringe Wurzelbelüftung

Neue Bäume pflanzen

positiv
  • sehr gute Wurzelbelüftung 

Weitere Informationen finden Sie unter Punkt "Erhaltungschance"

Bewässerung

Bestandsbäume erhalten

positiv
  • Bewässerung u.a. aus Fallrohren der nebenstehenden Gebäude

Neue Bäume pflanzen

positiv
  • Bewässerung u.a. aus Fallrohren der nebenstehenden Gebäude

Erhaltungschance

Bestandsbäume erhalten

neutral
  • Da Bäume vorgeschädigt, weiterhin Risiko des Absterbens mit der Notwendigkeit, später doch noch nachzupflanzen (nachträgliche Einbringung der Wurzelkammer nicht möglich)

Neue Bäume pflanzen

positiv
  • Hoch, da gesunde Bäume in optimaler Pflanzgrube mit Wurzelkammersystem heranwachsen

Faktencheck #1 Wachstumsprognose bzw. Erhaltungschance

Aussage des Bürgerbegehrens

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens schreiben auf Ihrer Website:

Die Stadt Soest sagt: "Wenn neue, vitale Bäume in optimal aufbereiteten Pflanzgruben am Markt gepflanzt werden, werden diese Bäume viel schneller wachsen, viel größer werden und viel länger leben, als es die bestehenden, teils schwachwüchsigen Bäume jemals könnten."

Kurzantwort:

  • Neupflanzungen haben gute Startbedingungen und wachsen in den ersten Jahren schnell heran
  • 12 m³ kleine Pflanzgruben begrenzen das Wachstum vorzeitig
  • Bestandsbäume mit 35 m³ Pflanzgruben werden größer
    (Zitat aus der Website des Bürgerbegehrens)

Stellungnahme Stadt Soest

  • Die Initiatoren des Bürgerbegehrens beziehen sich auf einen Artikel in der Zeitschrift Neue Landschaft und zitieren die Aussagen aus einer dort genannten Primärquelle (Kopinga, 1997). Dabei wird jedoch eine Aussage im selben Artikel nicht beachtet. Dort heißt es, dass es verschiedene Angaben für die Größe von Pflanzgruben gibt, konkret die Empfehlungen für Baumpflanzungen, Teil 1 und 2 der FLL auf die auch die DIN 18916 verweist. Hierin ist eine Pflanzgrube von min. 12 Kubikmeter bei einer Tiefe von mindesten 1,5 Meter gefordert. Mit der Einhaltung der Empfehlungen der FLL werden üblicherweise die anerkannten Regeln der Technik und umgesetzt.
  • Ebenfalls in dem Artikel findet sich die folgende Aussage: „Verdichtbare Substrate erlauben die Erweiterung des Wurzelraums auf Bereiche unter schwach belasteten Verkehrsflächen (Fuß- und Radwege, Parkflächen)."
    Im Falle des Soester Marktes haben wir es mit einer Verkehrsfläche zu tun, die schwerlasttauglich ausgebaut werden muss. Es handelt sich nicht um Rad- und Fußwege oder Parkflächen. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens fordern den Einbau von 35 Kubikmeter verdichtbaren Baumsubstrats, ignorieren aber die Tatsache, dass dieses so stark verdichtet werden muss, dass es den verkehrstechnischen Anforderungen genügt – und damit keine signifikante Verbesserung der vorhandenen Baumstandorte darstellt.

Kosten

Bestandsbäume erhalten

  • 111.000 Euro
  • Plus ggfs. 50.000 Euro für Leistungen der Stadtarchäologie, da das Bodendenkmal des alten Stalgadum-Gebäudes berührt und deshalb untersucht werden muss

Neue Bäume pflanzen

  • 263.000 Euro, darunter etwa 70.000 Euro für die Wurzelkammern der neuen Bäume
    Kosten für Stadtarchäologie ca. 10.000 Euro

Zeitrahmen

Bestandsbäume erhalten

negativ
  • Der im Februar 2024 beginnende Marktplatz-Umbau muss den Bereich der Bestandsbäume zunächst aussparen, bis das Ergebnis des Bürgerentscheids im Mai 2024 feststeht.
  • Sowohl die Arbeiten zur Verbesserung der Bestandsbäume als auch eine Neupflanzung können erst nach Mai 2024 durchgeführt werden, die gesamte Baumaßnahme verlängert sich.

Neue Bäume pflanzen

positiv
  • Fällung der alten Bäume und Neupflanzung im geplanten Zeitrahmen der Marktplatzumgestaltung

Informationsvideo zum Wurzelkammersystem des Herstellers © Greenleaf

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